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16.06.2021 07.11 Uhr

Einschlagsbeschränkung und steuerliche Folgen

Einschlagsbeschränkung nach dem Forstschäden-Ausgleichsgesetz für laufendes Forstwirtschaftsjahr

75 Festmeter Bagatellgrenze beim Einschlag bis 30.09.2021

Für kleine Waldbesitzer ohne Buchführungspflicht, die meist nicht jedes Jahr die gleiche Menge einschlagen, gab es mit den bisher bestehenden Regelungen einige Unklarheiten. Jetzt steht fest: Insgesamt 75 Festmeter frisches Fichtenholz, das sind zwei bis drei Lkw-Fuhren, dürfen unabhängig von den Einschlagsbeschränkungen in jedem einzelnen Betrieb eingeschlagen und verkauft werden. Alternativ dazu besteht die Regelung unverändert fort, dass 4,25 FM je Hektar Betriebsfläche geschlagen und vermarktet werden können. Für einen 20 Hektar großen Betrieb wäre so beispielweise eine Einschlagsmenge von 85 Festmeter zulässig.

Steuerliche Folgen im Überblick

Tarifermäßigung für Kalamitätsnutzung:
Sämtliches im Zeitraum der Einschlagsbeschränkung verwertetes Kalamitätsholz unterliegt einheitlich dem 1/4-Steuersatz, vorausgesetzt die Einschlagsbeschränkung wird eingehalten. Besonders hervorzuheben ist, dass unter diesen begünstigten Steuersatz nach dem vom Bayerischen Landesamt für Steuern veröffentlichten Leitfaden nicht nur das Kalamitätsholz der Holzart Fichte fällt, sondern aller Holzarten. Ferner ist es sogar möglich, diesen Steuersatz auf Antrag auch für Kalamitätsholz anzuwenden, das innerhalb des Zeitraums der Einschlagsbeschränkung angefallen ist, jedoch erst nach dem 30.09.2021 verwertet wird. Dieser Antrag ist erst im Rahmen der Steuererklärung zu stellen.
Zu beachten ist, dass sich an der praktischen Vorgehensweise bezüglich des Kalamitätsholzes nichts ändert. Tritt ein Schadensfall auf, muss das Kalamitätsholz weiterhin unverzüglich dem Bayerischen Landesamt für Steuern gemeldet werden und nach der Aufarbeitung mengenmäßig nachgewiesen werden.

Erhöhte Pauschsätze für Betriebsausgaben:
Land- und forstwirtschaftliche Betriebe, die ihren Gewinn nicht durch Buchführung, sondern durch Einnahmenüberschussrechnung oder nach Durchschnittssätzen ermitteln, können für die Ermittlung der Gewinne aus Holznutzungen pauschale Betriebsausgaben geltend machen. Die Pauschsätze betragen in "Normaljahren" 55% der Einnahmen aus den Holznutzungen, soweit das Holz eingeschlagen und verwertet wird
und 20%, soweit das Holz auf dem Stamm verkauft wird.

Für das Forstwirtschaftsjahr 2021 gelten erhöhte Pauschsätze:
Nichtbuchführende Betriebe können zur Abgeltung der Betriebsausgaben einen Pauschsatz von 90% geltend machen, soweit das Holz eingeschlagen und verwertet wird und einen Pauschsatz von 65%, soweit das Holz auf dem Stamm verkauft wird.

Verminderter Steuersatz bei Käferholzverkauf

Steuerlich werden die Kalamitätsnutzungen nur anerkannt, wenn die Kalamität schon vor der Aufarbeitung dem Bayerischen Landesamt für Steuern mitgeteilt wurde. Gewinne aus Kalamitätsnutzungen werden deutlich günstiger besteuert als laufende Holznutzungen. Kalamitätsnutzungen müssen grundsätzlich nur mit der Hälfte des durchschnittlichen Einkommensteuersatzes versteuert werden. Soweit die Kalamitätsnutzungen den Nutzungssatz übersteigt, wird sogar nur ein Viertel des durchschnittlichen Steuersatzes angesetzt.

Den erforderlichen Link zu den Formularen finden Sie hier: "Kalamität Formular"
 

    

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